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Phaenomenologische Embryologie

Phänomenologische Embryologie
"Woher kommen wir, was sind wir, wohin gehen wir?"  
Gesellenbauriss von Br. J. B. im Oktober 2005  

"Woher kommen wir", "Was sind wir" und "Wohin gehen wir" sind Lebensfragen. Die drei Initiationsgrade der Johannismaurerei versuchen Antwort zu geben auf diese drei fundamentalen Fragen. Aber können Lebensfragen überhaupt gestellt werden? Es gibt niemanden den man sie vorlegen - geschweige beantworten  kann. Metaphysisch betrachtet könnte die Lösung dieser Fragen beruhen auf der Organisation der menschlichen Gesellschaft. Sie werden sozusagen gelebt und erlebt.  In der spekulativen Freimaurerei als geistiger Bund, wird der Faktor Arbeit hoch geschätzt. Dies hat natürlich zu tun mit der Bau-Symbolik. Es ist bei uns die Rede von: Arbeiten am rauen Stein, Arbeiten am Tempel Salomos, Tempelarbeit, und so weiter. Das ist etwas Beachtliches; der Faktor Arbeit in einem geistigen Bruderschaft. In keinem geistigen Orden und in keinem religiösen System wird die Arbeit so hoch eingeschätzt wie in der FM. Die FM hat sich zum Ziel die Errichtung eines Tempels gesetzt, dessen Bausteine lebende Wesen sind. Und so den Gesetzten der Physiologie unterstellt sind. Die Wissenschaft von den Lebenden Wesen lehrt uns vor allem, wie sich diese Wesen aus ihrer Keimzelle entwickeln; die Embryologie. Und im Gesellenbuch wird der Buchstabe G unter anderem als Generation ausgelegt. Dort heisst es: "Der Eingeweihte sollte sich darum in die Geheimnisse der Generation, der Entstehung und der  Entwicklung der Lebewesen vertiefen, wenn er als Glied  an der Errichtung eines Weltenbaus teilnehmen will. Die Arbeit in der FM beabsichtigt ein geistiger Entwicklungsprozess, ein Streben nach geistigem Wachstum. So ist die Entwicklung eines Embryos auch ein Wachstumsprozess. Sie ist möglicherweise vergleichbar mit dem Tempelbau im weitesten Sinne: Tempel der Vervollkommnung, Tempel des Alls, Tempel der Menschheit oder sogar Tempel Gottes? Es geht beim Letzteren um das Göttliche/Geistige in uns. Und es scheint mir deshalb interessant, hier einige geisteswissenschaftliche Auffassungen zu beleuchten. Das naturwissenschaftliche Zeitalter, würdige Brüder, könnte man als Zeitalter der Hypothesen nennen. Ich möchte deshalb die in diesem Bauriss aufgeführten geisteswissenschaftlichen Auffassungen lediglich als Arbeitshypothesen annehmen, ohne zu verfallen in Dogmatismus. Und ich möchte hier nur eine kurze Zusammenfassung darstellen. Etwas über die geistige Herkunft des Menschen. Es ist eine Eigenschaft des Menschen, zu fragen nach dem Sinn des Lebens, nach seinem Ursprung und seinem Ziel. Wann solche Fragen systematisch gestellt und behandelt werden, hat man mit Wissenschaft zu tun. Früher war alle Wissenschaft zugleich Geisteswissenschaft. Dies war jedoch nur wenigen vorbehalten und wurde durch Rang und Geburt auserwählt. Es waren dies die grossen Eingeweihten der Menschheit. Diese Leuten pflegten ihre Wissenschaften im Verborgenen, in den Mysterien. In früheren Zeiten erfolgten die Überlieferungen nicht durch Schriften, sondern durch mündliche Übertragung. Heutzutage ist die Ausübung von Wissenschaft für jedermann zugänglich.  Für das 20. Jahrhundert war es Rudolf Steiner, der die Methoden der Geisteswissenschaft derart an die Anforderungen der Zeit angepasst hat, dass sie im Prinzip von jedem unbefangenem Menschen ausgeübt werden kann. In der Basis hat Steiner eine Anthroposophie ausgearbeitet, eine Wissenschaft vom Menschen und Kosmos, die zeigt, dass der Ursprung und erste Werdung der Menschheit auf geistigem Gebiet liegt, und dass die Entwicklung des Menschen in der ersten Instanz eine Geistige ist. Geistig betrachtet kehrt sich am Beginne seines Erdenlebens das Menschwesen ganz nach aussen und hat seinen Schwerpunkt sozusagen in den enormen Weltensphären des Makrokosmos. Die weitere Entwicklung beruht dann, erst im leiblichen und nach der Geburt im seelischen und geistigen Sinne darauf, den Menschen sich selbst, das "Ich" zu erzielen. Während der irdischen Existenz ist der Mensch ein viergliedriges Wesen. Man unterscheidet: der physischer Leib, der bildkräfte- oder Ätherleib, der Seele- Astralleib und die Ich-Organisation.  Der physische Körper ist das Objekt der Naturwissenschaft. Er ist in allen Besonderheiten untersucht worden. Was man unter Körper (oder Leib) versteht, betrifft in diesem Sinne ausschließlich der physischen Körper.  Was kann man über die Schöpfungsgeschichte des Menschen erzählen? Die Genesis der Bibel ist ein Weisheitsbuch, welches über die Schöpfung Wichtiges darstellt. Doch diese Dokumente sind heute nicht mehr so gut lesbar, besonders nicht in den heutigen Übersetzungen, die den uralten Worten unverstanden wiedergeben. Ausserdem hat  der Mensch heute keinen Zugang zu den Dokumenten, weil er sie als Glaubensdogma ablehnt. Die Menschen wollen heute nicht mehr glauben, sondern wissen.In den heutigen Weltentstehungs-Hypothesen spricht man von einem Spiralnebel, der die Ursache der Entstehung des Planentensystems sein soll und aus welchem unser ganzes Sonnensystem resultiert. Das ist doch einigermassen einleuchtend. Schwieriger wird dann die Frage nach der Entstehung des Lebens auf einem so entstandenen Erdenkörper. Durch besondere Anordnung der Atome, Moleküle und neuerdings der Elektronen soll die Entstehung des Lebens im Sinne von Urzeugung vollführt worden sein. Andere Hypothesen leiten das Leben auf der Erde aus dem Kosmos ab, wo durch Meteoriten Keime auf die Erde getragen worden sein sollen. Der Gedanke einer Schöpfung, die aus einer Hierarchie göttlich-geistiger Kräfte hervorgeht, findet sich nur bei wenigen (erleuchteten) Geistern. Die Annahme, dass der Mensch im Mittelpunkt der Schöpfung stehen könnte - obwohl sie durch die religiösen Dokumente begründet erscheint - liegt unserem Zeitalter fern.    Was tun wir wirklich, wenn wir ein Embryo sind? Die gängige biologische Embryologie hält den menschlichen Embryo für nichts anderes als Zellen, Hormone, Gewebe, und biologischen und biochemischen Prozessen. Das ist durchaus interessant, hat aber wenig mit Mensch-Sein zu tun. Es ist bestimmt aufschlussreich, diese wissenschaftlichen Ergebnisse der Embryologie vom anthroposophischen Gesichtspunkt aus zu betrachten. Ich werde versuchen die vorgeburtliche Menschwerdung mit der Goetheanischen phänomenologischen Anschauungsmethode zu beleuchten. Goethe hat versucht die Kluft zwischen Spiritualität und Menschlichkeit einerseits und Positivismus und Naturwissenschaft andererseits zu überbrücken.Ein wesentliches Element in der Anthroposophie liegt in der Entwicklungsidee. Man kann den Sinn des Menschenlebens darin entdecken, dass der Mensch durch sein Erdenleben zu immer höheren Stufen seiner Entwicklung geführt werden kann. Die uralte Lehre der Wiederverkörperung des menschlichen Geistes und des menschlichen, individuellen Schicksals, ist von Rudolf Steiner neu erforscht worden. Die Geisteswissenschaft gibt uns Daten, die es möglich machen, zu begreifen was sich während der Embryonalentwicklung des Menschen abspielt. Wir können uns die Frage stellen: "welche Kräfte bearbeiten die physisch-stoffliche Entwicklungsprozesse die für embryologische Forschung zugänglich geworden sind?" Die Antwort kann lauten: "Es ist ein geistiges Prinzip, dass im physischen Gebiet seine Wirkungssphäre hat". Dieses geistige schöpferische Prinzip ist wesensverwandt mit der menschlichen Individualität. Letztere wird nach der Geburt Einzug halten in den physischen Leib, der während der Embryonalphase für sie ist vorbereitet.  Um die Sprache des Embryos zu verstehen, muss man ihn als Ganzes, als Einheit verstehen.        

Erklären - das heisst die Suche nach den Ursachen der Gestalt eines Embryos - führt zu den Teilen, den Zellen, der DNA. Es ist die Deutung der kausalen Faktoren, üblich in der Naturwissenschaft. 

Verstehen dagegen führt zum Ganzen, zur Manifestation des Organismus als Ganzem. Ich vergleiche hier den Begriff Gnosis als Wesen des inneren Schauens bei uns Eingeweihten in der FM. Erklären bedeutet allerdings in diesem Sinne aber nicht automatisch verstehen!  Die Methodologie die für diese Herangehensweise an einem Organismus notwendig ist, finden wir speziell in  der dynamischen Morphologie. So sehen wir bei Goethe ein Streben nach der Harmonie des Ganzen, nach dem Sinn der Schöpfung. Goethe stellt den Menschen als das Mass aller Dinge in den Mittelpunkt der Forschung. Seine Lehre entspringt einem lebendigen Denken in Polarität. In seiner Forschung steht die Überzeugung, dass Mensch und Welt ein sinnvolles Ganzes bilden, die den lebendigen Schöpfungsgesetzte zugrunde liegen. Rudolf Steiner war bestrebt, über Goethe hinaus zu einer geisteswissenschaftlichen Erkenntnis der Schöpfung zu gelangen. Wir finden heute in der Welt überall einen Überschuss der an das Gehirn gebunden Vorstellungstätigkeit. Das Gehirn ist wohl das Instrument des Denkens. Wenn das Denken aber von anderen Seelenfähigkeiten abgeschnitten wird, dann wird es abstrakt und geneigt der wissenschaftlichen Dämonie zu verfallen. Es ist wichtig das Denken auf die Kräfte des Herzens zu stützen und auf die Feuerkräfte des Willens. So enthält auch die Gesamtheit unseren Symbole eine tiefe Weisheit des Herzens, nicht eine verstandesmässige Weisheit.  Bei der Embryonalentwicklung des Menschen handelt es sich um ein menschliches Funktionieren in Formen. Ich meine damit, dass die Wachstums- und Entwicklungsgebärden beschrieben werden können als menschliches Verhalten und verstanden werden können wie eine sogenannte Vorübung der späteren physiologischen und seelischen Funktionen. Es geht beim Embryo also um menschliches Verhalten. Der menschliche Embryo ist dauerhaft der Ausdruck der Anwesenheit eines Wesens, das vermitteln kann zwischen dem Himmlischen (Kosmischen) und dem Irdischen. Der menschliche Leib bekommt während der Embryonalentwicklung seine Gestalt in einem ständig sich ändernden  Zusammenhang von Formen und Formprozessen. Die Gebärden des Embryos können verstanden werden als eine Art Wiederhall der Menschheitsentwicklung. Auf diese Weise kommen Mensch-Werdung und Menschheitswerdung  mit Biologie und Biographie zusammen. Der Embryo kann uns sozusagen helfen, die wahre Gesetzmässigkeiten der Entwicklung zu erkennen. Auf verschiedene Ebenen ist immer wieder Polarität zu erkennen.  Was man als Interessierter tun sollte, ist versuchen die "Sprache" des Embryos zu erlernen und zu verstehen. Dann könnte man in dieser Sprache der Wachstums- und Körpergesten etwas lesen und lernen über das Werden eines Menschenwesens und also über den Ursprung der Menschheit.  Alte Mythen können so in ein neues Licht gesehen und verstanden werden.Im Gesellenbuch steht: "Das Wesen manifestiert sich durch seine Tätigkeit. Nicht handeln ist ja gleichbedeutend mit Nichtsein! So befindet sich, das was ist im Zustand dauernden Wirkens. Nichts ist leblos oder tot, alles lebt, die Mineralien so gut wie die Himmelkörper, die Tiere und die Pflanzen." Der Embryo zeigt eine besondere Art von Bewegungen. Nicht wie bei Erwachsenen eine Bewegung von Teilen untereinander, möglich gemacht durch Muskeln und Gelenken, sondern ein Bewegen in Formen. Diese fortwährenden Bewegungen in Formen sind gegründet auf sehr subtile Stoffwechselbewegungen. Es sind Leistungen des Embryos. Der  deutschen Embryologen Erich Blechschmidt hat es sehr bündig  definiert: "Keine Leistung ohne Wiederstand". Und er meint damit, dass nur dort wo Widerstand herrscht, Bewegung manifest werden kann. Dies hat unter  anderem zu tun mit der unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeit der Keimblätter in der 3. Embryonalwoche. Falls die Embryologie durch die Geisteswissenschaft befruchtet wird, kann dies zu Enträtselung der frühen embryonalen Prozessen führen. Auf dieser Art sind die Ergebnisse geisteswissenschaftlichen Untersuche in völliger Übereinstimmung mit der Naturwissenschaften zu bringen. Allerdings sollte man die Daten auf die richtige Art und Weise interpretieren. Diese Aussage stammt übrigens von R. Steiner. Es würde den Rahmen dieses Baurisses sprengen, weiter auf dieses Thema einzugehen. Die Formel von der Erhaltung der Energie, die in den exakten Naturwissenschaften sowie in der Technik benutzt wird, könnte in der Biologie durch den Satz von Erhaltung der Individualität erweitert werden. Warum? Weil während der ganzen Dauer der Entwicklung des menschlichen Wesens der Träger stets konstant ein und derselbe bleibt. Nur sein Erscheinungsbild ändert sich. Dies ist vergleichbar mit  der unförmlicher Gestalt des rauen Steins und später im 2. Grad beim kubischen Stein.  Durch allmähliche Bearbeitung dieses Steins, entsteht schliesslich das Kunstwerk, das vollkommene Menschenwesen. Diese Idee, das vollkommene Wesen, ist aber schon im Kern des rauen Steins anwesend! Der Träger ist das Wesen, die Individualität. Diese Individualität bleibt während der ganzen Dauer des Lebens, von der Befruchtung bis zum Tode erhalten. Die Erhaltung der Individualität beinhaltet, dass der lebendige Organismus ein Ganzes ist. Das Wort Individuum, das eine Un-Teilbarkeit betont, weißt auf diese Ganzheit hin. Der Embryo wird also nicht Mensch, sondern ist Mensch. Die Frage wenn ein Mensch aus eine befruchtete Eizelle entsteht ist also verpönt; Die befruchtete Eizelle ist in diesem Sinne denn auch keine Zelle, es ist ein menschlicher Organismus, für diesen Moment, unter diesen Umstände in einer optimalen Erscheinungsform. Das Embryo ist also ein Ganzes, ein lebendiges System, das existiert und funktioniert in seiner Umgebung. Er ist in seiner Umwelt eine Einheit von Form und Funktion. Optimal angepasst an den gegebenen Umstände.  Die Lebensphasen des Menschen - auch die Embryonalphase - sind alles Erscheinungsformen des Organismus Mensch. Die eine Phase ist nicht hoher oder tiefer als die andere. Bei vielen Leuten herrscht noch immer die Wahn-Idee, dass die menschliche embryonale Entwicklung zu erklären sei als die Wiederholung der Evolution. Dies ist vermutlich ein falsch interpretierter Rest des sogenannten biogenetischen Grundgesetztes von Ernst Haeckel. Dieser stellt, auf grob materialistischer Weise, dass die Entwicklungsgeschichte des Individuums eine verkürzte Wiederholung der Entwicklungsgeschichte der Sorte wäre.  Man soll den Begriff "Beginn" der menschlichen Entwicklung nicht nur als kausale Kette biologischer Prozesse betrachten, sondern als ein komplexes Erscheinungsbild des menschlichen Seins oder sogar des menschlichen Werdens. Oft wird gesagt, dass bei der Konzeption menschliches Leben beginnt. In biologischer Hinsicht ist dies falsch. Leben beginnt nie, jedenfalls nicht in der aktuellen, lebendigen Natur. Was auch immer wir für Auffassungen über das Entstehen des Lebens in der Evolution haben, das Entstehen des Lebens ist keine biologische Aktualität. Also auch nicht bei der menschlichen Konzeption. Was fängt denn dort an? Bei der Konzeption handelt es sich um den Beginn einer neuen Entwicklung. Eine Eizelle die freikommt aus dem Eierstock, ist - wie jedes Lebewesen - vergänglich: Sie wird spätestens nach 24 Stunden sterben. Erst wann die Eizelle befruchtet wird, zeigt sie Verhalten das sie ohne Befruchtung nie zeigen wurde: sie fängt an sich zu teilen. Die Eizelle ist - wie schon erwähnt - ein lebendiges System. Leben wird über die Konzeption weiter gegeben, es ist Entwicklung die beginnt. Die Eizelle sei zu betrachten sie ein Tropfen "Leben", "Lebenssubstrat",  ausgeschieden aus dem Mutterleib, zu Gunsten einer neuen Entwicklung.  Man kann also behaupten: Konzeption ist Leben weitergeben. . Schluss Die anthroposophische Geisteswissenschaft durchreist ein großes Feld, zu dem wir uns über die Wirklichkeit und Wirksamkeit der eigenen Individualität, des Ichs, Klarheit schuldig sind.Was ist das Wesen des menschlichen Ichs? Es gibt natürlich auch klare Bedenken gegen geisteswissenschaftlichen Betrachtungen: es geht im Endeffekt um ein sehr diskutables Gebiet von Kenntnis über den Mensch und die Welt.   Anderseits gibt es meines Erachtens viele Berührungsflachen vom ‚Denken' wie man es auch in der FM vorfindet.  Ein Durchdenken unseres biologischen Wissens auf der Basis philosophischer Besinnung könnte so zu neuen Einsichten führen, nämlich, dass am Urbeginne  weder Pflanze noch Tier und schon gar nicht eine tote Stoffeswelt stehen. Am Urbeginne steht aber auch nicht der Mensch, dieser ist ein spätes Ergebnis der Erdgeschichte. Am Urbeginne steht vielmehr eine göttlich-geistige Schöpferwelt, deren Gestaltungsprinzipien sich  schrittweise in der Erdenentwicklung offenbaren. Das Weitergeben von geistigem Sitten/Wissen in der FM ist möglicherweise vergleichbar mit Weitergeben vom Leben in der Gebärmutter? Und ist die Entwicklung der menschlichen Embryo   vergleichbar  dem Bau eines Tempel Gottes?  Der wesentliche Prozess im Organismus des Embryos ist der Prozess der Differenzierung. Das heißt der Ursprung der Unterschiede. Damit wird gemeint, dass das Ganze des Organismus das Primäre ist. In diesem Sinne ist der Embryo  ein Ordnungsprinzip. Es geht also um einen Prinzip der höheren Orden, sowohl in Richtung der Phänomene als auch in die organbildenden Prozesse.  Der Embryo als Ordnung im Makrokosmos spiegelt sich sozusagen als <Flammender Stern> im Mikrokosmos, dem Menschen nieder.Man darf die biologische Tatsachen,  und wissenschaftliche Daten, die heute bekannt sind über den Embryo nicht ignorieren. Es gibt bei diesem Thema einige angrenzende Disziplinen, wie Genetik, Entwicklungsbiologie und Philosophie der Wissenschaft. Es gibt noch viel darüber zu sagen und zu lesen. Im Rahmen dieses Baurisses ist das unmögliches Unterfangen. Im Embryo können wir den grundlegenden Plan jedes menschlichen Wesens lesen. Es braucht dazu eine phänomenologische Brille, die eine Reise in einem selbst möglich macht. Wie es auch in der FM wichtig ist, soll man diese "Art" Embryologie sowohl mit dem Verstand als auch mit dem Herzen betrachten. Goethe soll gesagt haben: "Es sind nicht unsere Sinne die uns betrügen, sondern es sind unsere Urteile". Ich danke für Euere Aufmerksamkeit. Ehrwürdiger Meister vom Stuhl, ich habe meine Pflicht getan! 

Die zu Rate gezogene Literatur: 
1.        Blechschmidt E: Wie beginnt das menschliche Leben. 4. Auflage, Christiana Verlag Stein am Rhein 1976
2.        Blechschmidt E: Sein und Werden.  Urachhaus 1982
3.        Hartmann OJ: Dynamische Morphologie.
4.        Hauschka R: Heilmittellehre. 5. Auflage, Vittorio Klostermann Frankfurt a/M 1990
5.        Schad W: Die Vorgeburtlichkeit des Menschen.
6.        Wal JC van der: Phänomenologische Embryologie.
7.        Wilmar F: Menswording voor de geboorte - een spirituele embryologie 1. Druk  Uitgeverij Vrij Geestesleven Zeist 1982   

Interessante Site:   www.embryo.nl